»Romane und Erzählungen« erscheint Oktober 2010 im Suhrkamp Verlag

1955 erschien in den Niederlanden der erste Roman des damals 21jährigen Cees Nooteboom: Die deutsche Übersetzung erschien drei Jahre später unter dem Titel Das Paradies ist nebenan. Seit mehr als 50 Jahren also ist der Autor auf der Suche nach dem »narrativen Gottesbeweis«, und so viel er gereist ist, so vielfältig sind die Schauplätze und Themen seiner Romane und Erzählungen. Das Paradies ist nebenan ist eine Reise in den Süden und den Norden Europas, Die folgende Geschichte (der erste Bestseller Cees Nootebooms in deutscher Sprache) führt den Leser nach Portugal und an die brasilianische Küste, auch die »niederländischen Berge« werden thematisiert, Allerseelen ist in Berlin ein Anlaß zu Reflexionen über Gott, die Welt und den Tod, in Australien ist wirklich ein »verlorenes Paradies« zu erkunden, und in Menorca gibt es das Phänomen des »roten Regens«.

Der vorliegende Band versammelt sämtliche fiktionale Prosa des Autors, der in einzigartiger Weise Erzählen und Reflexion verbindet und aufeinander bezieht: Hier ist der philosophierende Erzähler und erzählende Philosoph vollständig, zu entdecken, zu lesen oder wiederzulesen.


Cees Nooteboom erhält de Gouden Uil

Cees Nooteboom hat den Literaturpreis de Gouden Uil 2010 gewonnen. Der belgische Preis wurde ihm für seinen Erzählband ´s Nachts komen de vossen (dt. Nachts kommen die Füchse) verliehen. Die Jury, unter der Leitung von Guy Mortier, schrieb in ihrem Bericht: „Cees Nooteboom hat einen eleganten Erzählband geschrieben, der hängen bleibt – Miniaturen, die noch lange nach der letzten Seite im Hinterkopf herumschwirren. Nooteboom setzt eine Vielzahl von Waffen ein, aber vermeidet die volle Ladung. Die breit angelegte Geschichte ist ihm zu pompös: lieber schlendert er im Leben umher, eine Erinnerung, ein Foto. Arbeiten auf den Millimeter genau. Man muss Nooteboom eine umfassende Kenntnis und eine tiefgehende Einsicht in die Antriebe, Charaktere und Idiotien des Menschen unterstellen. Aber er selbst präsentiert sich lieber als suchender Schriftsteller, der mit einer Taschenlampe die Oberfläche  beleuchtet: er ist bescheiden, kritisch und achtet auf seine Worte. Letzteres sogar wortwörtlich: jedes Fragment, jeder Satzteil, jeder Brocken Sprache birgt – so scheinbar achtlos das ein oder andere auch aufgeschrieben wirkt – eine bleierne Dringlichkeit in sich. Mit eindringlicher Erzählstimme führt Nooteboom den Leser umher. Der Tod erscheint grinsend auf jeder Seite und Melancholie ist das Gefühl der Stunde. Dies alles macht aus ´s Nachts komen de vossen ein Geschenk an die Literatur: ein Werkstück von Wehmut, das in den Blutbahnen pulsiert.“


Die anderen Nominierten waren die Niederländer Mensje van Keulen für Een goed verhaal, Arnon Grunberg für Kamermeisjes en soldaten, Thomas Rosenboom für Zoete mond und Tom Lanoye für Sprakeloos. Mit dem Preis ist ein Betrag von 25.000 Euro verbunden.


Zwei Neuerscheinungen

Zwei neue Werke von Cees Nooteboom: eine neue, sehr umfangreiche Ausgabe seines Buches über den Fall der Mauer unter dem Titel Berlijn 1989-2009 (dt. Berlin 1989-2009) und eine persönliche Entdeckungsreise durch die bildende Kunst, Het raadsel van het licht (dt. Das Rätsel des Lichts, 2009). Über Berlin hat Nooteboom schon oft geschrieben. In dieser neuen Ausgabe, die unter anderem Berlijnse notities (1991, dt. Berliner Notizen) und Terugkeer naar Berlijn (1997, dt. Rückkehr nach Berlin) sowie eine Anzahl zuvor noch nicht veröffentlichter Texte umfasst, trägt Nooteboom eine Übersicht  seiner Erfahrungen mit dieser Stadt in den letzten Jahrzehnten zusammen. Die deutsche Übersetzung  Berlin 1989-2009 von Helga van Beuningen und Rosemarie Still erschien im Suhrkamp-Verlag.


Daneben wurde ein Werk veröffentlicht, in dem Nooteboom seine Ansichten und Artikel über bildende Kunst unter dem Titel Het raadsel van het licht (Das Rätsel des Lichts) zusammenfasst. Der Autor nimmt seine Leser mit und führt sie zu seinen Lieblingsbildern und –Museen. Das Rätsel des Lichts ist ein literarischer Reiseführer, ein Streifzug durch die Geschichte der bildenden Kunst und eine Entdeckungstour zu ihren Geheimnissen.


De Standard der Letteren schrieb über das Buch: „Das Rätsel des Lichts steckt voller wissenswerter Dinge und erfrischender Erkenntnisse, nähert sich der Kunst aber in erster Linie vom Gefühl her an. Nooteboom stellt sich nicht als ein allwissender Fachmann dar, sondern als ein neugieriger Kunstliebhaber, der heute, genau wie so viele andere Touristen, die großen Museen, Monumente und Kunstwerke besucht und der sich bemüht zu verstehen, was ihn dort hinzieht und was sie ihm erzählen. Sein Buch ist ein aufrichtiger Bericht über einen lebenslangen Umgang mit der Kunst und über die Freude, die sie ihm bereitet hat.


Cees Nooteboom gewinnt den Prijs der Nederlandse Letteren

Am 18. November 2009 erhält Cees Nooteboom den Prijs der Nederlandse Letteren aus den Händen des belgischen Königs Albert. Mit dem Preis ist ein Geldbetrag von 40.000 € verbunden. Der Preis wird von der Nederlandse Taalunie verliehen. Die Jury, unter dem Vorsitz der flämischen emeritierten Professorin Anne Marie Musschoot, nennt dieses Gesamtwerk tiefsinnig und philosophisch. Das sind auch die Qualitäten, für die sein Werk im Ausland gerühmt wird. Vor allem im deutschsprachigen Raum hat Nooteboom viele Leser. Nach Ansicht der Jury besteht die große Anziehungskraft seiner Reiseerzählungen, aber auch die seiner Romane darin, dass sie der Geschichte gerecht werden, aber nie rein realistisch sind.

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Zwei Neuerscheinungen

Im November erschienen zwei neue Werke von Cees Nooteboom: eine neue, sehr umfangreiche Ausgabe seines Buches über den Fall der Mauer unter dem Titel Berlijn 1989-2009 (dt. Berlin 1989-2009) und eine persönliche Entdeckungsreise durch die bildende Kunst, Het raadsel van het licht (dt. Das Rätsel des Lichts, 2009). Über Berlin hat Nooteboom schon oft geschrieben. In dieser neuen Ausgabe, die unter anderem Berlijnse notities (1991, dt. Berliner Notizen) und Terugkeer naar Berlijn (1997, dt. Rückkehr nach Berlin) sowie eine Anzahl zuvor noch nicht veröffentlichter Texte umfasst, trägt Nooteboom eine Übersicht  seiner Erfahrungen mit dieser Stadt in den letzten Jahrzehnten zusammen. Die deutsche Übersetzung  Berlin 1989-2009 von Helga van Beuningen und Rosemarie Still erschien im Suhrkamp-Verlag.

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Zu Besuch beim Papst

Am Samstag, den 21. November empfängt Papst Benedikt XVI eine Reihe von Schriftstellern und Künstlern aus verschiedenen Ländern. Unter ihnen sind die niederländischen Autoren Cees Nooteboom und Kader Abdolah. Im August gab der Präsident des Päpstlichen Rates für Kultur, Erzbischof Gianfranco Ravasi, bekannt, dass ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI und einer großen Zahl moderner Künstler stattfinden soll. Er teilte mit, dass das Treffen als Dialog gedacht ist, um die entstandene Kluft zwischen der Kirche und der zeitgenössischen Kunst zu überbrücken. Eine Übersicht der ins Italienische übersetzten Titel von Nooteboom finden Sie hier.


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Romancier
1955 erschien sein Debütroman Philip en de anderen (Philip und die anderen, dt. 2003). Nooteboom war damals zweiundzwanzig Jahre alt.
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Reiziger
Unzählige Male schrieb Nooteboom über das Phänomen, wie es kommt, dass er immer mal wieder seine Koffer packen will. MEHR


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Cees Nooteboom ist vor allem für seine Romane und seine Reisebücher bekannt. Für ihn selbst steht jedoch die Lyrik an erster Stelle. MEHR


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still_kunstbeschouwer
Viele Essays von Nooteboom handeln von Kunst, vor allen von den Bereichen, in denen das Sehen eine zentrale Rolle spielt: Malerei, Architektur, Film und Fotografie. MEHR